«Mobilität als Gesamtsystem denken»
Mit Wolfgang Schüpfer erhält die Fachgruppe Mobilität der Regio Wil Verstärkung durch einen erfahrenen Raumplaner. Im Interview spricht er über seine Sicht auf Mobilität und seine neue Aufgabe.
Die Fachgruppe Mobilität der Regio Wil erhält Verstärkung: Wolfgang Schüpfer, Projektleiter Agglomerationsportfolio beim Tiefbauamt des Kantons Thurgau, wurde vom Vorstand als neues Fachgruppenmitglied bestätigt. Der ausgebildete Raumplaner bringt umfassende Erfahrung aus kommunaler, kantonaler und privatwirtschaftlicher Tätigkeit mit und setzt sich für eine koordinierte, nachhaltige Entwicklung des regionalen Verkehrssystems ein. Im Gespräch gibt er Einblick in seine Haltung zur Mobilität und seine Erwartungen an die neue Aufgabe.
Wolfgang Schüpfer, herzlich willkommen in der Fachgruppe Mobilität der Regio Wil. Zum Einstieg direkt eine persönliche Frage: Wenn du privat unterwegs bist: eher Auto oder Velo?
Ich bin meist zu Fuss, mit dem ÖV oder dem Velo unterwegs. Das passt ökologisch gut zu meinem Alltag und ist für mich im persönlichen Umfeld schlicht praktisch.
Was hat dich motiviert, dich beruflich mit Mobilität und Verkehrsentwicklung zu beschäftigen?
Die Möglichkeit, unseren Lebensraum aktiv mitzugestalten, war für mich zentral. Ich wollte einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten und habe deshalb Raumplanung an der HSR (heute OST) in Rapperswil studiert.
Nach mehreren Jahren Tätigkeit auf kommunaler Ebene hat mich die Arbeit auf überkommunaler und regionaler Ebene besonders gereizt – insbesondere im Kontext der Agglomerationen im und um den Kanton Thurgau sowie der Regio Wil. Zudem eröffnet mir die Tätigkeit beim Kanton die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen, nachdem ich bereits in der Stadtplanung und in der Privatwirtschaft tätig war.
Deine beruflichen Stationen reichen also von der kommunalen Raumplanung bis zur Arbeit auf kantonaler Ebene. Welche Erfahrungen bringst du persönlich und aus diesen Tätigkeiten in die Fachgruppe Mobilität der Regio Wil mit?
Ich bin in Weinfelden TG aufgewachsen und der Region und der Ostschweiz stark verbunden. Beruflich habe ich mich über Jahre intensiv mit raumplanerischen Fragestellungen in den Gemeinden des Kantons Thurgau und der Region Wil auseinandergesetzt. Dieses Wissen und diese Erfahrung möchte ich nun in die Fachgruppe einbringen – mit dem Ziel, einen konstruktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der Region Wil zu leisten und die Arbeit aus Sicht des kantonalen Tiefbauamts zu unterstützen.
In deiner bisherigen Arbeit in der Raumplanung hast du dich intensiv mit Gemeinden im Thurgau und in der Region Wil beschäftigt: Gibt es ein Mobilitätsprojekt, das dich dabei besonders geprägt hat?
Ein einzelnes Projekt möchte ich nicht herausheben. Mich fasziniert vielmehr die grundsätzliche Aufgabe, attraktive, lebenswerte Städte und Orte zu gestalten. Dabei spielt Mobilität eine zentrale Rolle, ebenso wie hochwertige öffentliche Räume und eine intakte Landschaft. Diese Gesamtsicht auf (Lebens-)Räume ist für mich besonders spannend.
Du betonst die Bedeutung einer verträglichen Mobilität. Wo siehst du aktuell den grössten Handlungsbedarf im regionalen Verkehrssystem?
Die grösste Herausforderung liegt für mich darin, für jede Situation das jeweils passende Verkehrsmittel bereitzustellen. Mobilität muss effizient und gleichzeitig möglichst ressourcenschonend funktionieren. Wichtig ist dabei, die Verkehrsträger nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sie als Gesamtsystem zu verstehen und sinnvoll zu kombinieren.
Wenn man das Gesamtsystem der Mobilität in der Region Wil betrachtet: Welche Entwicklungen könnten dieses in den kommenden Jahren besonders prägen?
Insbesondere die Entwicklung von WILWEST und die damit verbundenen Begleitmassnahmen werden aus meiner Sicht einen grossen Einfluss auf die Mobilität in der Region haben. Sie werden das Verkehrssystem massgeblich prägen.
Zum Schluss: Wie kann die Abstimmung zwischen Kanton, Region und Gemeinden in der Mobilitätsplanung weiter verbessert werden?
Eine gute, eingespielte Zusammenarbeit ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten. Ich sehe meine Aufgabe auch darin, diesen Austausch aktiv zu unterstützen und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren beizutragen.
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