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Agglomerationsprogramm Wil wird beim Bund eingereicht

Projekt rund um Wil West und regionale Verkehrsdrehscheibe Bahnhof Wil im Fokus

Mit dem Agglomerationsprogramm 4. Generation (AP 4G) liegt bereits die nächste Fortschreibung der Wiler Agglomerationsplanung vor. Die Regio Wil kann mit den Agglomerationsprogrammen 2. und 3. Generation auf zwei sehr erfolgreiche und mit hohen Bundesbeiträgen gewürdigte Programme aufbauen. In diese Fussstapfen soll auch dasjenige der 4. Generation treten. 19 Siedlungs- und Landschaftsmassnahmen, sechs konzeptionelle und 25 Infrastrukturmassnahmen werden beim Bund Mitte September eingereicht. Wichtige Infrastrukturprojekte sind der Ausbau der multimodalen Drehscheibe am Bahnhof Wil, die Netzergänzung Nord und die flankierenden Massnahmen in und um die Stadt Wil, verschiedene Betriebs- und Gestaltungskonzepte sowie die Schliessung von weiteren Netzlücken im Fuss- und Veloverkehr.

Die Abstimmung von Siedung und Verkehr ist ein Grundpostulat der Raumplanung. Das AP 4G fokussiert sich in erster Linie auf die kontinuierliche Weiterführung der Vorgängerprogramme. Insbesondere sollen die landschaftlichen Strukturen gezielt geschützt, die Zentrumsstrukturen differenziert gestärkt, die Innenentwicklung gefördert und der Arbeitsstandort etabliert werden. Das Verkehrssystem, und insbesondere der Langsamverkehr (LV), sind effizient und sicher zu gestalten.

Vier Entwicklungsaspekte im Vordergrund

Die Agglomeration Wil verfolgt eine nachhaltige räumliche Entwicklung. Dabei wird die Agglomeration als ein funktional zusammenhängender Raum verstanden, welcher sich um die beiden Zentren Wil und Uzwil organisiert. Vier zentrale Entwicklungsaspekte stehen im Vordergrund:

  • Attraktive Regionalzentren Wil und Uzwil mit einer starken regionalen Ausstrahlung und Konzentration der öffentlichen und kommerziellen Zentrumsfunktionen.

  • Der Wirtschaft Entwicklungsmöglichkeiten sichern und optimierte und gut vernetzte Erschliessungssysteme LV, ÖV und MIV bereitstellen.

  • Wahren einer hohen Wohn- und Lebensqualität durch intakte Quartiere, das Sichern von Versorgungsinfrastrukturen und -dienstleistungen auch in den ländlichen Ortschaften durch gesunde Lebensbedingungen mit möglichst wenig Lärm- und Luftbelastungen.

  • Intakte Landschaften und gut erreichbare Naherholungsräume sichern und Naturwerte langfristig in ihren Werten erhalten sowie die Biodiversität ausserhalb wie auch innerhalb der Siedlung fördern.


Neu im AP 4G wurden zu den Bereichen räumliche Schwerpunktgebiete, Siedlung, Landschaft und Verkehr Teilstrategien formuliert. Diese basieren auf dem regionalen Zukunftsbild und dem Handlungsbedarf. Die Umsetzung der Strategien erfolgt mit konkret formulierten Massnahmen.

Investitionen von 176 Mio Franken

Insgesamt werden mit dem Programm 4. Generation 25 A-Massnahmen Infrastruktur eingegeben, davon sind 13 LV-Massnahmen. Die Umsetzung dieser Massnahmen muss bis im Jahre 2028 erfolgen. Weiter werden 12 B-Massnahmen (Umsetzungshorizont 2028-2032) und 11 C-Massnahmen (Umsetzungshorizont 2032-2036) eingereicht. Die zum Teil noch groben Kostenschätzungen (insbesondere bei den B-Massnahmen) für die infrastrukturrelevanten Massnahmen ergeben für die Massnahmen der A- und der B-Liste Gesamtkosten in der Grössenordnung von rund 217,6 Mio. Franken (exkl. MwSt.). Davon fallen 175,8 Mio. Franken (exkl. MwSt.) im A-Horizont an.

Am Bahnhof Wil erfolgte aufgrund veränderter Ausgangslage, der Projektreife, neuen Erkenntnissen und den Richtlinien des Bundes eine Überprüfung der gesamten Projektlandschaft. Die Massnahmen umfassen unter anderem die Erweiterung und Neugestaltung des Bahnhofsplatzes inkl. Neubau Bushof, die Verschiebung der Haltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn und die Projekte im Zusammenhang mit den innerstädtischen LV-Verbindungen Nord-Süd . Die Massnahmen werden in unterschiedlichen Programmgenerationen umgesetzt.

Im Rahmen der Zentrumsentwicklung Wil soll das Stadtzentrum von Wil grossflächig vom Durchgangsverkehr befreit werden. Schlüsselelemente dafür sind die neuen Netzelemente Autobahnanschluss, Netzergänzung Nord und Netzergänzung Ost. Damit diese Infrastrukturausbauten ihre volle Wirkung entfalten können, sind zudem flankierende Massnahmen und ein Verkehrsmanagement auf dem bestehenden Strassennetz in Wil nötig. Die Netzergänzung Nord und die Umgestaltung der Haupt- / Bronschhoferstrasse werden in der 4. Generation als A-Massnahmen eingegeben.

Weiter verfolgt die Regio Wil die bisher erfolgreiche Strategie zur Schliessung von Netzlücken und Aufwertung von bestehenden Infrastrukturen für den Fuss- und Veloverkehr (LV) sowie unterschiedliche Massnahmen zum Mobilitätsmanagement der Region. Hinzu kommen verschiedene Betriebs- und Gestaltungskonzepte in den Gemeinden Eschlikon, Oberbüren und Uzwil

Grundlagen zu Freiraum- und Landschaftsplanung

Die bestehenden Massnahmen der Vorgängergenerationen zur Stärkung der Siedlungsentwicklung nach Innen wurden überprüft, konkretisiert und ergänzt mit konzeptionelle Grundlagenarbeiten in den Themen Freiraum- und Landschaftsplanung, Biodiversität, Kombinierte Mobilität (Fokus Umsteigepunkte) und Vorrangrouten Velo.. Die Massnahmen zum Thema Lokalklima und Biodiversität legen zudem erste Grundpfeiler zur zukünftigen Gestaltung der Siedlungen in der Region fest.

Prüfprozess durch Bund startet

Am 9. Dezember 2021 wird die Trägerschaft des Agglomerationsprogrammes Wil (Kantone St. Gallen und Thurgau und Regio Wil) dem Bund das Agglomerationsprogramm präsentieren und allfällige Fragen des Bundes beantworten. Der Bundesratsbeschluss und die definitiven Prüfberichte werden im März 2023 erwartet.

Agglomerationsprogramm Wil 4. Gen. Teil 1: Bericht - 24. Juni 2021
Agglomerationsprogramm Wil 4. Gen. Teil 2: Massnahmenband - 24. Juni 2021
Agglomerationsprogramm Wil 4. Gen. Teil 3: Abbildungsband - 24. Juni 2021

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